3. März 2019 mr. molab

Kostenerstattung ohne Hilfsmittelnummer? Bei guter Vorbereitung und ausreichender medizinischer Indikation kein Problem:

Warum gibt es bei molab keine Hilfsmittelnummern?

In letzter Zeit häufen sich wegen der geltenden Kassenverträge Anfragen von Sanihäusern zum Thema Hilfsmittelnummer. Daher möchte ich hier nochmals darauf hinweisen, dass unsere Rollstühle und sonstigen Reha-Hilfsmittel allesamt individuelle Sonderbauten nach Körpermaß darstellen. Aufgrund der vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten unserer Bauteile und -Gruppen sowie “Modell-Mixe” gibt es keine konkreten Hilfsmittelnummern. Meine Angabe oberhalb der Spalte Produkte soll lediglich eine grobe Richtung zur möglichen Eingruppierung im Hilfsmittelverzeichnis andeuten.

Problem e-Kv

Beim Erstellen eines eKV’s (elektronischer Kostenvoranschlag) sorgt das Nichtvorhandensein einer Himi-Nummer vor allem bei molab-Einsteigern für Irritationen. Das Übermitteln des eKV ohne Eingabe einer Hilfsmittelnummer ist nicht möglich. Dies erweckt den Anschein, dass eine Kostenerstattung für Hilfsmittel ohne Hilfsmittelnummer nicht möglich ist. Dieser Einduck jedoch ist falsch!

Dein gutes Recht:

Jede(r) Versicherte hat das Recht auf ein Hilfsmittel im Sonderbau, wenn Hilfsmittel “von der Stange” nicht oder nur unzureichend in der Lage sind, die Auswirkungen der Behinderung zu kompensieren.

Warum passt kein Hilfsmittel mit Hilfsmittelnummer zu mir oder meinem Kind?

Hilfsmittel mit Hilfsmittelnummern bilden allesamt den Bereich ab, der etwa mittig unter der Gaußschen Glocke liegt. (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Normalverteilung) Das hat den einfachen Grund, dass sich die Beantragung einer Hilfsmittelnummer aus Sicht der Hersteller nicht lohnt, wenn die zu erwartenden Absatzzahlen für die entsprechenden Produkte eher klein sind. Kosten und Aufwand für die Beantragung einer Hilfsmittelnummer sind aus Herstellersicht nur dann gerechtfertigt, wenn am Ende die Kosten-Nutzenrechnung aufgeht. Das funktioniert nicht mit Hilfsmitteln, die mitunter in der Form nur einmal gebaut werden.

Bist Du Durchschnitt? Wir auch nicht nicht!

Daraus resultiert: Patient(inn)en und Versicherte, die aufgrund der Besonderheiten ihrer Behinderung oder ihrer Proportionen nicht in diesen “Quadratisch-praktisch-gut-Bereich” passen, können keine Hilfsmittel mit Himi-Nr. finden, die sie ausreichend oder gar optimal unterstützen. Weil es sie in vielen Fällen schlicht nicht gibt.

Genau hier setzt die molab-Philosophie an. Wir bauen das, was unsere Mitbewerber nicht bauen.

Der Gesetzgeber hat das verstanden – somit sind die Kostenträger per Gesetz dazu verpflichtet, die Kosten für Hilfsmittel wie einen nach Körpermaßen gefertigten Rollstuhl im Sonderbau bei ausreichender medizinischer Indikation und ausreichender Begründung zu erstatten. Vielfach wird, bewusst oder unbewusst ;o) der Anschein erweckt, dass dies nicht möglich ist.

Die Lösung ist einfach:

Vor dem Ausfüllen eines eKV benötigt der Antragsteller eine sogenannte Interimsnummer vom Kostenträger. Diese ist vom Versicherten selbst oder durch den Leistungserbringer telefonisch oder schriftlich zu erfragen. Diese Nummer wird an Stelle der Hilfsmittelnumer in den eKV eingetragen. Dann kann der Antrag ganz normal versendet und verarbeitet werden.

WICHTIG: Passender Verordnungstext und nachvollziehbare Begründung sind der Schlüssel zur Genehmigung

Ein Antrag auf ein Hilfsmittel ohne Himi-Nr. hat nur dann gute Aussicht auf Erfolg, wenn der Antragsteller eine Verordung / ein Rezept mit dem richtigen Verordungstext und eine nageldichte Begründung beifügt. Fehlen diese, geht der Kostenträger gern den einfachen und finanziell vermeintlich günstigeren Weg (*mehr hierzu weiter unten): Er lehnt die Versorgung ab und verweist auf die vertraglich vorgeschriebenen Leistungen, die nicht über das erforderliche Maß hinausgehen dürfen. Zur Vermeidung unnötiger Arbeit und aus Gründen der Zeitersparnis sei somit jedem Antragsteller geraten, diese zwingend erforderlichen Dokumente direkt und nachvollziehbar formuliert beizustellen.

Macht nix! – molab hilft!

Wir helfen euch auf Anfrage gern bei der Formulierung zielführender Verordnungstexte und Begründungen. Solche Anfragen sendet ihr am besten mit eurem Entwurf per mail an beratung@molab.de – wir sehen uns das gemeinsam an und optimieren die Texte, falls möglich oder nötig. Wenn ihr uns lasst, sprechen wir auch gern mit dem Kostenträger und erklären aus Herstellersicht, warum bestimmte Positionen alternativlos sind. Das führt regelmäßig zum gewünschten Ergebnis, ist aber leider keine Genehmigungsgarantie. Einen Versuch ist es aus unserer Sicht allemal wert.

*ÜBRIGENS:

Der von den Kostenträgern bevorzugte, auf den ersten Blick günstigste Weg über die Hilfsmittelnummer ist am Ende unter dem Strich selten günstiger als eine von vornherein geplante, nachhaltige Sonderbauversorgung von und mit molab. Das wird uns regelmäßig von Kostenträgervertretern bestätigt. Auf die gesamte Versorgungsdauer betrachtet, schneiden wir sogar regelmäßig besser ab, weil die Instandhaltungskosten aufgrund der höherwertigen Materialien und Komponenten kleiner sind. In Kombination mit unserer Geld-Zurück-Garantie (siehe AGB’s), dem ausgeprägten Mitwachsvermögen und der dem modularen Aufbau geschuldeten Austauschbarkeit aller Teile ist das auch für Skeptiker nachvollziehbar, die bereit sind, sich mit den Fakten zu beschäftigen.

Risikobewertung:

Das Risiko kompletter Fehlversorgungen mit Produkten von molab entfällt für Leistungserbringer wie Kostenträger, da wir von uns aus die Rücknahme anbieten, wenn Kunden und Angehörige rechtzeitig (siehe AGB’s) signalisieren, dass sie sich mit der neuen Versorgung unwohl fühlen und eine Nachbesserung keinen Erfolg verspricht. Der Austausch einzelner Komponenten (wenn es etwas nachzubessern gibt und das Problem auf molab oder unsere Zulieferer zurückzuführen ist) geschieht nach Absprache fast immer auf Kulanz, um einen reibungslosen Versorgungsablauf zu gewährleisten und lästige Nachgenehmigungen zu vermeiden.

Mitarbeiter von Kostenträgern sind auch nur Menschen

Viele Mitarbeiter von Kostenträgern verstehen es, wenn man sie auf diese Alleinstellungsmerkmale von molab in einem kostruktiven Gespräch hinweist – das zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre. Auch ein Hinweis auf diesen Text kann hilfreich sein. Zudem bieten wir Schnuppertage für Kostenträger an, bei denen wir detaillierten Einblick in unsere Arbeitsweise und Philosophie vermitteln.

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